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25 Jahre nach Tschernobyl: Ausstellung

Eine Ausstellung der Tschernobyl-Hilfe Seeheim-Jugenheim

Vor 25 Jahren kam es in Tschernobyl zum Super-Gau. Der 26. April 1986 war eine lokale Katastrophe mit globalen Folgen. 10 Tage lang setzte der explodierte Atomreaktor Radioaktivität frei bei sich ständig ändernden Windrichtungen und Wetter-verhältnissen. Der radioaktive Fall-out erreichte in kurzer Zeit weite Flächen in ganz Europa, ging aber allein zu 70 Prozent in Belarus (Weißrussland) nieder und verseuchte knapp ein Viertel des Staatsgebietes. 7000 Quadratkilometer wurden zur Sperrzone und Zone strikter Kontrolle erklärt, in der Ukraine waren es 1000 und in Russland 2000 Quadratkilometer.

Das katastrophale Ausmaß der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Reaktorexplosion löste bei vielen Menschen in Europa einen Schock aus. Der Name Tschernobyl blieb lange Zeit ein Synonym für eine menschengemachte grenzüberschreitende Umweltkatastrophe mit langfristigen unübersehbaren Auswirkungen. In der Zwischenzeit drohen jedoch andere weltweite Angstszenarien wie Terrorismus und Klimawandel das Bewusstsein um die anhaltenden Auswirkungen dieser Reaktorkatastrophe zu verdrängen. Dabei sind die Folgen in den meistbetroffenen Gebieten nach wie vor unübersehbar: Krebserkrankungen, Säuglingssterblichkeit, genetische Schäden und Fehlbildungen.

Dabei hatte die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl aus der europaweiten Betroffenheit heraus auch eine einmalige Solidaritätsbewegung hervorgebracht, die sich im Zuge der Auflösung des Ost-West-Konfliktes und der Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ seit Anfang der 90er Jahre in vielen Ländern entwickelte, am stärksten und am umfangreichsten in Deutschland. Diese privaten Initiativen leisten seither mit Kindererholungen, medizinischer Hilfe, dem Bau von Wohnhäusern für Umsiedler, sozialen und ökologischen Projekten auch heute noch einen wichtigen Beitrag zur Linderung der Katastrophenfolgen. Diese grenzüberschreitenden zivilgesellschaftlichen Partnerschaften bilden zudem ein wichtiges Fundament für die Entstehung eines gemeinsamen europäischen Bewusstseins. Insofern ist Tschernobyl heute auch als europäische Herausforderung zu verstehen.

Dieses Bewusstsein wachzuhalten, die Erinnerung an die Opfer und an das Leid der Betroffenen neu zu beleben, ist das Ziel vielfältiger Veranstaltungen aus Anlass des 25. Jahrestages der Katastrophe. Sie gipfeln in einer internationalen Partnerschaftskonferenz mit Vertretern zahlreicher europäischer Hilfsorganisationen in Minsk im April 2011.

Seit mehr als 20 Jahren besteht eine solche Tschernobylinitiative auch in Seeheim-Jugenheim, entstanden aus einem sehr persönlichen Engagement – verbunden mit den Namen von Maria Schwörer und Hilde Weber, das über die Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen und der politischen Gemeinde seit einigen Jahren in einem eigens gegründeten Verein weiterbesteht, dessen Vorsitzender kraft Amtes der Seeheim-Jugenheimer Bürgermeister Olaf Kühn ist. Die Geschäfte führt seit Jahren Karin Voigt. Aus seinem Spendenaufkommen leistet dieser Verein alljährlich seine Hilfe durch Medikamentenlieferungen und die Finanzierung und Gestaltung eines dreiwöchigen Erholungsaufenthaltes von Kindern und Jugendlichen nach Chemotherapien und Operationen.
Die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses Erinnerungsjahr zu richten, über seine Aktivitäten zu informieren und für die Initiative zu werben, sind die Ziele einer Ausstellung, die der Seeheim-Jugenheimer Förderverein für die Opfer der Katastrophe von Tschernobyl e.V.
vom 30. Januar bis zum 11. Februar im Foyer des Rathauses aufstellt.

Die Schirmherrschaft für diese Ausstellung hat die ehemalige Bundesjustizministerin und Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries übernommen. Sie wird sie am Sonntag, 30. Januar, 11.00 Uhr eröffnen. Dazu sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen.

Author: 
tschernobyl-kinderhilfe.info

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