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Abstimmung

Muss die Stadt Pripjat erhalten werden?:

Chronologie

Januar 1967 Das Planungskomitee der UdSSR trifft die Entscheidung, ein Kernkraftwerk mit dem Reaktortyp RMBK, im Oblast Kiew, nahe dem Dorf Kopatschi, zu errichten. Diese Entscheidung wurde nach der Begutachtung von insgesamt 16 möglichen Standorten in den Oblasten Kiew, Vinnitsa und Shitomir getroffen. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten, vor allem aber aufgrund des großen Wasserbedarfs von RBMK Reaktoren, erwies sich der Standort auf der rechten Seite des Flusses Pripjat, ungefähr 12 km von der Stadt Tschernobyl entfernt, als angemessen. Eine große Rolle spielte aber auch die Nähe zu Hauptverkehrsstraßen, welche diese Region durchqueren.

Februar 1967 Diese Entscheidung wurde vom Zentralkomitee der KPdSU nach den Empfehlungen des Planungskomitees der UdSSR, das Kernkraftwerk in dieser Region zu errichten, abgesegnet. Man entschied sich für den Namen "Tschernobyl", benannt nach dem Rajon, in wlechem das Kraftwerk errichtet werden sollte.

Juni 1969 Nach den positiven Erfahrungen mit dem Reaktortyp RBMK-1000 und der Überarbeitung der Pläne durch den Ministerrat für Energieversorgung, wurde in Zusammenarbeit mit dem kerntechnischen Institut "Teploenergoproekt" mit der Errichtung des Kenrkraftwerkes begonnen.

04.02.1970 Es wird mit dem Bau eines Hostels, eines Gebäudes für die Bauleitung und das Management und einer Kantine für die Angestellten begonnen. Dieses Datum gilt auch als Gründungsdatum der Stadt Pripjat. Errichtet wurden die ersten Gebäude im damaligen Dorf "Lesnoy".

Mai 1970 Es wird mit den Aushubarbeiten für des Gebäude des ersten Reaktorblocks begonnen. Zum selben Zeitpunkt werden die Energie- und Wasserversorgung für die Baustelle errrichtet. Des Weiteren startet Errichtung der ersten Wohnhäuser in der damaligen Siedlung "Pripjat". Im Juni 1971 werden die ersten fertiggestellten Wohnkomplexe an das Komitee der Arbeiterpartei übergeben. Im August 1971 wird die Grundversorgung des Dorfes mit Wasser, Strom und Kanalisation in Betrieb gesetzt.

Juli 1971 Die Errichtung der vom noch im Bau befindlichen Kraftwerk wegführenden 110 KV Hochspannungsleitungen werden fertiggestellt.

07.11.1971 Gründung der ersten planenden und örtlichen Kommission des Kernkraftwerks von Tschernobyl.

14.04.1972 Der offiziele Gründungstag der Stadt Pripjat. An diesem Tag wurde der Siedlung der Arbeiter offiziell vom höchsten Rat der Sowjetunion der Name "Pripjat", mit Anlehnung an den an der Siedlung vorbeiführenden Fluss, gegeben. Am selben Tag wurde die Siedlung vom Exekutivekomitee des Kiever Oblastes zum Status eines Dorfes erhoben.

15.08.1972 Genau um 11 Uhr Mittags wurde zeremoniell der erste Kubickmeter Beton in das Fundament des Verwaltungsgebäudes des ersten Reaktorblocks gefüllt. Weiters wurde eine Stahlkapsel mit einem Brief an zukünftige Generationen im Fundament einbetoniert.

Oktober, 1976 Nach der Fertigstellung des Kühlwassersees wir dieser befüllt.

Mai 1977 Ein Team von Ingenieuren und Angestellten beginnt mit dem Probebetrieb des ersten Reaktors.

14.12.1977 Nach mehreren Monaten Probebetrieb wird das Dokument, welches die Funktionstüchtigkeit und Sicherheit des Reaktors bestätigt, von den leitenden Ingenieruren unterzeichnet.

24.05.1978 Der erste Reaktor, mit einer Leistung von 1000 MW, wird in Betrieb genommen.

16.11.1978 Der Probebetrieb des zweiten und dritten Reaktorblocks beginnt. Am 19. Dezember geht Reaktor 2 ans Netz und zwei Tage später, am 21. Dezember, Reaktor 3.

10.01.1979 Die Errichtung des vierten Reaktorblockes beginnt. Zeitgleich werden die Sicherheitszertifikate für den zweiten Reaktor unterzeichnet.

22.04.1979 Insgesamt wurden seit der Inbetriebnahme schon 10 Milliarden Kilowattstunden produziert.

28.05.1979 Die Leistung des zweiten Reaktors wird erstmals auf 1000 MW erhöht.

05.10.1979 Nach einem Testlauf wird nun mit nur zwei Reaktoren insgesamt eine Kapazität von 2000 MW erreicht.

1979 Das "Dorf" Pripjat erhält den Status einer Stadt. Nach der Fertigstellung des Geheimprojekts "Tschernobyl-2" wird dieses erstmals in Betrieb genommen.

21.10.1980 Erstmals wird eine 750 kV Hochspannungsleitung in Betrieb genommen.

03.12.1981 Nach längerem Testlauf wird auch Reaktor 3 in das Versorgungsnetz eingespeist.

08.03.1982 Insgesamt wurden bisher 50 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert.

09.06.1982 Auch der dritte Reaktor wird erstmals mit einer Leistung von 1000 MW betrieben.

09.09.1982 Nachdem Servicearbeiten am Reaktor 1 durchgeführt worden waren, wurde dieser zuerst nur Probeweise, mit einer Leistung von 700 MW, in Betrieb genommen. Jedoch kam es während dieses Probebetriebs zu einem technischen Zwischenfall, bei dem das Kühlsystem teilweise beschädigt wurde.

25.11.1983 Der vierte Reaktorblock wird fertiggestellt.

28.03.1984 Bereits drei Monate früher als geplant geht der vierte Reaktor mit einer Leistung von 1000 MW ans Netz.

21.08.1984 Insgesamt wurden bisher 100 Milliarden Killowattstunden Strom erzeugt.

25.09.1985 Der Kiever Verlag "Mistetstvo" beginnt mit dem Druck des Booklets "Pripjat", welches Informationen und Fotos über eine der jüngsten Städte der Ukraine enthält. Pripjat, die Stadt, welche ihre Entstehung der Errichtung des Kernkraftwerks von Tschernobyl zu verdanken hat, mit all ihren besonderen Einwohner/innen und einer besonders modernen Architektur. Das Booklet wurde mit einer Auflage von 25,000 Stück 1986 veröffentlicht.

26.04.1986, 1:23 Während eines gewöhnlichen Sicherheitstests im Reaktor 4, gerät dieser außer Kontrolle und es kommt zu einer Explosion. Die gesamte Schutzumantelung des Reaktors wird dabei zerstört. Auch das Verwaltungsgebäude des vierten Reaktors stürzt teilweise ein und reist zwei Menschen, nämlich Valerij Hodemtschuk (seine Leiche wurde unter dem Schutt des explodierten Reaktors begraben) und Vladimir Schaschenok (er konnte zwar geborgen werden, starb jedoch wenige Stunden später an seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus der Stadt Pripjat), mit in den Tod. In der Umgebung des vierten Reaktors, in anderen Gebäuden, aber auch auf dem Dach des dritten Reaktorblocks, bricht Feuer aus. Mehr als 190 Tonnen radioaktiver Partikel wurden durch die Explosion in die Atmosphäre geschleudert. Insgesamt acht der 140 Tonnen Plutonium, welche sich im Reaktor befanden, gelangten ebenfalls durch die Explosion in die Umgebung und in die Atmosphäre. Weitere hochgiftige radioaktive Substanzen wurden durch das Feuer, welches erst nach zwei Wochen gelöscht werden konnte, in die Atmosphäre befördert. Noch am selben Tag wurde ein Krisenstab einberufen, welcher einserseits darüber beraten sollte, was zu tun sei und andererseits auch die Aufgabe hatte, herauszufinden, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte. Leiter dieser Sonderkommision war B.E. Schtscherbina. Man stufte diese Katastrophe, als die größte aller Zeiten, in der friedlichen Nutzung der Kernenergie, ein. Diese Einstufung geschah aufgrund der Vielzahl an Opfern und dem unglaublichen Ausmaß der Zerstörung.

26.04.1986, 8:00-9:00 Erstmals empfiehlt der damalige Direktor des Kraftwerks dem Vorsitzenden der Regierungskommission, die Evakuierung der Stadt Pripjat, jedoch ohne das wahre Ausmaß der Katastrophe zu kennen. Diese Empfehlung wurde abgelehnt.

26.04.1986, 15:00 Nach fast 15 Stunden war es nun sicher, dass der Reaktor völlig zerstört sei und durch die Explosion große Mengen an radioaktiven Substanzen in der Atmosphäre und der Umgebung verteilt worden waren.

26.04.1986, 23:00 Erstmals wird in der Regierungskommission über die Evakuierung der Stadt Pripjat diskutiert.

27.04.1986, 2:00 Zu diesem Zeitpunkt erreichen verschiedenste Fahrzeuge die Stadt Pripjat um diese am nächsten Tag zu evakuieren. Die Busse werden noch ausserhalb der Stadt abgestellt, um Panik in der Bevölkerung zu vermeiden. Insgesamt wurden 1225 Busse (144 davon speziell für den Transport Verletzter, Alter und Kranker eingerichtet) und 160 LKWs bereitgestellt. Des Weiteren erreichten Sonderzüge wenige Stunden später den Bahnhof der Stadt (insgesamt für 1500 Personen).

27.04.1986, 7:00 Der Vorsitzende der Regierungskommission gibt bekannt, dass die Stadt am späten Nachmittag des 27.04.1986 evakuiert werde.

27.04.1986, 10:00-12:00 In einer Konferrenz gibt der Vorsitzende der Regierungskommission der örtlichen Partei und den Mitgliedern des Sowjetrates in Pripjat Anweisungen, wie bei der Evakuierung vorzugehen sei. Außerdem wurde die Uhrzeit für die Evakuierung auf 12 Uhr Mittags vorverschoben.

27.04.1986, 13:10 Zu diesem Zeitpunkt wird über den örtlichen Rundfunk die bevorstehende Evakuierung der Stadt bekanntgegeben.

27.04.1986, 13:20-13:50 Die Miliz informiert die Anwohner/innen über die bevorstehende Evakuierung.

27.04.1986, 13:50 Die Bewohner/innen werden angewiesen, sich vor ihren Häusern zu versammeln und auf die Busse zu warten.

27.04.1986, 14:00 Die Busse beginnen reihenweise in die Stadt einzufahren (der eigentliche Beginn der Evakuierung).

27.04.1986, 14:00-16:30 Der Verlauf der Evakuierung: jeweils 20 Busse und 5 LKWs fuhren in einem Intervall von zehn Minuten in die Stadt ein. Die Aktion wurde von der Miliz strengstens überwacht.

27.04.1986, 18:20 Die Miliz durchsucht alle Gebäude und findet dabei 20 Personen, welche versuchten der Evakuierung zu entgehen.

27.04.1986 27. April - 10. Mai: Über dem zerstörten Reaktor werden von Hubschraubern aus verschiedene chemische Substanzen und Sand abgeworfen.

02.05.1986 Es wird beschlossen den gesamten Bereich im Umkreis von 30 Kilometern des havarierten Reaktors, aber auch andere von der radioaktiven Strahlung schwer belastete Gebiete, zu evakuieren. Die Verwaltung der Reaktoren 1, 2 und 3 wird zwischenzeitlich an eine erfahrenere Belegschaft übergeben.

06.05.1986 Die Angestellten des Kraftwerks versuchen, die durch die Löscharbeiten verursachte Überschwemmung im Unterbau des Reaktors, zu beseitigen, um Kontakt zwischen dem Löschwasser und den radioaktiven Substanzen zu vermeiden. Weiters wird mit den Aufräumarbeiten (Liquidation) auf dem Territorium um den Reakter und in der Stadt Pripjat begonnen.

08.05.1986 Das geheime Protokoll Nummer 9 des Gesundheitsministeriums der UdSSR erhöht die Höchstgrenze der zulässigen Strahlenwerte um das Zehnfache. In speziellen Fällen kann mit dieser Änderung die Höchstgrenze auch um das 50-fache überschritten werden.

09.05.1986 Durch das Zentralkomitee und den Ministerrat der Sowjetunion wir beschlossen, die durch den Unfall in Tschernobyl verstrahlten Gebiete in der weißrussischen und ukrainischen SSR zu dekontaminieren.

16.05.1986 Die Regierungskommission entschließt sich zu einer Langzeitüberwachung des verstrahlten Gebietes. Durch die vielerorts extrem hohe Gammastrahlung und das fehlende Wissen, wie mit dem havarierten Reaktor weiter zu verfahren sei, aber auch durch die Ahnungslosigkeit, welche Maßnahmen nach solch einer Katastrophe zu treffen seien, war es schwierig diesen Beschluss durchzusetzen.

20.05.1986 20. Mai - 15. Juli - Zu dieser Zeit fand die erste Phase der Errichtung des Sarkophags statt. Zuerst war es notwendig, soviel radioaktiv verseuchtes Material, wie nur irgendwie möglich, zurück in den zerstörten Reaktor zu bringen. Zur selben Zeit wurde versucht, Ordnung in das Chaos zu bringen, um die Bauarbeiten schneller voranzutreiben.

23.05.1986, 14:40 Durch die Bauarbeiten kam es zur Beschädigung eines Kabelsschachtes, in welchem ein Feuer ausbrach, das erst nach sieben Stunden unter schwierigsten Bedingungen gelöscht werden konnte. Immer wieder mussten die Arbeiten aufgrund extrem hoher Strahlung unterbrochen werden. Insgesamt waren 268 Feuerwehrmänner im Einsatz. Sie alle waren beträchtlichen Dosen radioaktiver Strahlung ausgesetzt.

03.06.1986 3. Juni - 28. Juni: Man beginnt einen Tunnel unter dem zerstörten Reaktor zu graben, um ein Eindringen des glühenden Reaktorkerns in das Erdreich zu verhindern.

01.07.1986 Nach einer Anweisung (Nr. 394) des Ministeriums für Energie der Sowjetunion, wurde das Schichtensystem im Kernkraftwerk umgestellt (15-15).

15.07.1986 Beendigung der Dekontamination der Gebäude des ersten und zweiten Reaktors.

15.07.1986 16. Juli - 15. September: zweite Phase der Errichtung des Sarkophags. In dieser Zeit wurde der Großteil der Arbeiten bewältigt.

22.08.1986 Entscheidung über die Evakuierung weiterer von der Katastrophe betroffener Gebiete.

August 1986 Zwischen den ehemals verbundenen Gebäuden des dritten und vierten Reaktors wird eine mehrere Meter dicke Wand eingezogen, um die Belegschaft vor radioaktiver Strahlung zu schützen.

19.08.1986 Weiteres radioaktives Material im Ausmaß von mehr als 180 Tonnen wird in Kastoren verladen und weggebracht.

15.09.1986 15. September - 30. November: die dritte und letzte Bauphase des Sarkophags, mit der Fertigstellung am 30. November 1986.

September 1986 Eine der berühmtesten Sängerinnen der Sowjetunion, Alla Pugatschova, hält zu Ehren der Liquidatoren ein Konzert in der verstrahlten Zone. Sie war eine der ersten bekannten Personen der Sowjetunion, welche die Zone besuchten.

01.10.1986 Der erste Reaktor wird wieder hochgefahren und geht um 16:47 wieder ans Netz.

02.10.1986 Beschluss des Zentralkomitees der UdSSR über die Errichtung einer neuen Stadt für die Angestellten des Atomkraftwerks von Tschernobyl.

02.10.1986 In der Nähe des vierten Reaktors stürzt ein Hubschrauber mit vier Personen an Bord ab, nachdem seine Rotorblätter mit dem Ausleger eines Krans in Kontakt kamen - alle vier Insassen sterben.

11.10.1986 Die Regierungskommission fertigt einen Bericht über die Errichtung, den Zustand und etwaige Baumängel der Schutzhülle an. In Bezug auf die Lebensdauer des Sarkophags wird festgestellt, dass dieser unter schwierigsten Bedingungen, wie etwa extrem hoher radioaktiver Strahlung und unter großem Zeitdruck errichtet wurde und diese daher begrenzt sei. Des Weiteren wird festegestellt, das aufgrund der Tatsache, dass die Schutzumantelung auf der Ruine des zerstörten vierten Reaktorblocks errichtet wurde, diese unter permanenter Kontrolle stehen müsse, um völlige Sicherheit zu gewährleisten. In einer neueren Version wird angegeben, dass es nicht vorhersehbar sei, wie lange die neue Hülle standhalten würde, jedoch wurde in der älteren Version des Berichtes vermerkt, dass diese nach spätestens 35-40 Jahren erneuert werden müsse.

26.10.1986 Um die sichere Funktionsweise der Überwachungsmechanismen des zerstörten vierten Reaktors und dessen Schutzhülle zu gewährleisten, muss die schwer beschädigte Reaktorhalle des vierten Blocks renoviert werden.

05.11.1986 Verbindung der Überwachungssysteme der Schutzhülle mit dem zweiten Reaktor.

30.11.1986 Tag der offiziellen Fertigstellung des Sarkophags. Es folgt die Unterzeichnung eines Berichts durch eine staatliche Kommission, welche die Fertigstellung hiermit bestätigt. Insgesamt dauerte der Bau 206 Tage und Nächte, von Juni bis November 1986. Über 90,000 Menschen wahren an der Errichtung der Ummantelung beteiligt. Während der Jahre 1986 und 1987 waren insgesamt 200,000 Personen in der Zone beschäftigt.

24.11.1987 Am 24. Novemeber wird der dritte Reator des Kernkraftwerks wieder in Betrieb genommen und geht am 4. Dezember des Jahres 1987 wieder ans Netz. Am 31. Dezember 1987 unterzeichnet eine Regierungskommission einen Vertrag über den Weiterbetrieb des dritten Reaktors, nachdem Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt worden waren.

1989 Um das Austreten radioaktiver Substanzen durch Löcher in der Schutzhülle zu verhindern, wurde ein spezielles System installiert, welches wenige Tage nach der Inbetriebnahme die Strahlenwerte an der Ummantelung um das Zehnfache sinken lies.

17.02.1990 Der oberste Rat der ukrainischen SSR und deren Ministerrat beschließen bei einem Treffen, die noch aktiven Reaktoren des Atomkraftwerks von Tschernobyl bis zum Jahre 1995 stillzulegen. Im selben Jahr jedoch wurde bei einem erneuten Treffen beschlossen, die Laufzeit der sich derzeit in Betrieb befindlichen Reaktoren zu verlängern und weitere Kernkraftwerke zu errichten, um die Energieversorgung des Landes sicherzustellen.

11.10.1991 Nachdem ein Feuer im Turbinenraum des dritten Blocks einen Großteil des Daches zerstört hatte, wurde der Reaktor heruntergfahren. Das Feuer war der Grund, die vor mehr als einem Jahr getroffene Entscheidung, nämlich die Laufzeit der Reaktoren in Tschernobyl zu verlängern, neu zu überdenken. Man beschloss eine sofortige Abschaltung des dritten Reaktors und in Folge auch die Abschltung des ersten und zweiten Reaktors bis spätestens 1993.

1993 Die Idee aus dem Jahre 1990, weitere Kernkraftwerke zu errichten, wurde aus finanziellen Gründen verworfen. Man beschloss wiederum die Laufzeit der sich noch in Betrieb befindlichen Reaktoren 1 und 2 in Tschernobyl je nach deren Zustand auf bestimmte Zeit zu verlängern.

Dezember 1995 Es entsteht ein Memorandum zwischen der Ukraine, den sieben GUS Staaten und der europäischen Union, das Kerkraftwerk Tschernobyl bis zum Jahr 2000 stillzulegen.

30.11.1996 Reaktor 1 des Kerkraftwerks von Tschernobyl wird abgeschalten.

22.12.1997 Das Ministerkabinett bringt den Vorschlag, Reaktor 1, welcher am 30.11.1997 abgeschalten wurde, endgültig stillzulegen.

11.12.1998 Eines neues Gesetz der Ukraine beschreibt sowohl den Zustand des havarierten Reaktorblocks als ökologisch unbedenklich, als auch die Gefahr für die im Kraftwerk arbeitenden Menschen als sehr gering.

15.03.1999 Wiederum beschließt das ukrainische Ministerkabinett, den bereits 1991 heruntergefahrenen Reaktor Nummer 2, endgültig stillzulegen.

29.03.2000 Das ukrainische Ministerkabinett beschließt die sofortige Abschaltung des noch betriebenen dritten Reaktors und die baldige Schließung des Atomkraftwerks von Tschernobyl. Das Ganze sollte bis zum Ende des Jahres 2000 geschehen.

29.11.2000 Um den entstandenen Atommüll des Tschernobyler Kraftwerkes sicher und fachgerecht zu entsorgen, beschließt die ukrainische Regierung den Bau eines neuen Endlagers auf dem Gelände des Kernkraftwerks.

15.12.2000 Am 15. Dezember 2000, wurde in einer 13 stündigen Liveübertragung die Abschaltung des letzten Reaktors demonstriert. Zu diesem Zeitpunkt wurde vom Kraftwerk keine Energie mehr in das Versorgungsnetz eingespeist. Bis zu diesem Tag waren 9,051 Angestellte im Kraftwerk beschäftigt.

Juni 2001 Ein Fernheizkraftwerk wurde in Betrieb genommen, um die Versorgung mit Warmwasser und Dampf für weitere Arbeiten mit radioaktivem Material zu ermöglichen.

25.06.2001 Laut einer Verfügung des Präsidenten der Ukraine wurde das Kernkraftwerk an ein staatliches, spezialisertes Unternehmen übergeben, welches die Aufgabe hat, Instandhaltungs- und Sicherungsarbeiten durchzuführen.

30.12.2001 Ein Vertrag zur Renovierung und Erneuerung des Sarkophags wird unterzeichnet.

2003 Das System, welches das Austreten von radioaktiven Substanzen durch die Löcher in der Schutzhülle vermeiden soll, wird erneuert und modernisiert.

15.07.2005 Das Kraftwerk fällt in den Aufgabenbereich des Katastrophenschutzministeriums der Ukraine.

April 2006 Die Web Site Priyat.com sammelt in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "Literarna Ukrajina" Unterschriften zur Erhaltung der Stadt Pripjat.

30.11.2006 Auf dem Gelände des Kernkraftwerks Tschernobyl werden Gedenkfeiern zum 20. Jahrestag veranstaltet.

13.04.2007 Eine Rallye mit der Route Moskau-Kiew-Tschernobyl-Pripjat wird veranstaltet, einerseits, um die Menschen auf die vergessene Stadt Pripjat aufmerksam zu machen und andererseits, um diese ehemals so schöne Stadt vor weiterer Plünderung und Zerstörung zu bewahren.

01.01.2009 Am ersten Januar 2009 wird bekanntgegeben, dass der Rückbau des ersten und zweiten Reaktors abgeschlossen sei.

2009 Eine Entsorgungs- bzw. Verarbeitungsanlage für radioaktiven Müll aus dem Kernkraftwerk von Tschernobyl befindet sich im Bau.

2010 Zur Zeit geschehen noch folgende Arbeiten im Atomkraftwerk von Tschernobyl: - der Rückbau des letzten und ständige Sicherheitskontrollen der anderen Reaktoren; - Sicherung des Schutzes vor Radioaktivität; - Verarbeitung des atomaren Mülls; - Verarbeitung des Plutoniums; - Vorbereitungsarbeiten für den Abriss des tschernobyler Kerkraftwerks; - Sicherung und Reparatur des Sarkophags.

2011 Man beginnt mit dem Bau der neuen Schutzummantelung "Novarka". Diese wird mit Hilfe von Geldern, welche die Europäische Union und der ukrainische Staat zur Verfügung stellen, finanziert und von einer französischen Firma realisiert.