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Zu Besuch im Atomkraftwerk Zwentendorf: Zwischen Nostalgie, Atom-Reaktor & Japan

Was wäre wenn? Eine Frage, die sich bei einem Besuch im - nie in Betrieb gegangenen - AKW Zwentendorf nicht vermeiden lässt. Was wäre wenn bei der Volksabstimmung 1978 doch 50,48 Prozent für die Atomkraft abgestimmt hätten? Wenn Bruno Kreisky mit seiner unvergleichlichen Ausstrahlung die Bevölkerung tatsächlich davon überzeugt hätte, dass Atomenergie die beste Lösung für die Sicherstellung der Energieversorgung in Österreich wäre? Und was würde in der österreichische Bevölkerung nach dem Erdbeben, und daraus folgenden Atomkatastrophe in Japan vorgehen? Eines ist sicher: Dann wäre auch das Gefühl des NEWS.at-Teams bei seinem Besuch im "toten" Reaktor an der Donau ein ganz anderes gewesen. Und wirklich tot ist er auch nicht, der graue Riese mitten in der Niederösterreichischen Pampa.

Sie haben einiges gemeinsam: Das AKW in Zwentendorf und Fukushima. Beide sind Siedekraftwerke. Beide wurden etwa zur selben Zeit erbaut. Beide waren darauf angewiesen, das Wasser in der Umgebung zur Kühlung der Brennstäbe zu nutzen. Und wäre das unsrige damals tatsächlich ans Netz gegangen, hätte es demnächst so und so in Pension gehen sollen.

Schulungen & Sonnenenergie
Derzeit herrscht ein regelrechter (Medien-)Ansturm. Durch die langen, verwirrenden Gänge im AKW Zwentendorf streifen normalerweise aber nur zwei Männer. Einer davon ist Johann Fleischer. Er kümmert sich bereits seit 2002 um den eine-Milliarde-Euro-Bau. Und obwohl der Reaktor nie angelaufen ist, die 200 ausgebildeten Mitarbeiter nie ihren Arbeitsplatz eingenommen haben, spürt er merklich den Herzschlag des Gebäudes. "Es ist sehr spannend, hier zu arbeiten". Und ganz so alleine wie zu Beginn seiner Laufbahn ist er auch nicht mehr. "Wir haben immer wieder Kollegen aus Deutschland zu Besuch, die das AKW als Schulungszentrum nutzen und zu schätzen wissen." Auch eine indische Delegation soll sich demnächst hier einfinden.

Aber auch Strom wird hier erzeugt: Nur auf ganz andere Art und Weise, als eigentlich geplant. Eine Photovoltaikanlage, die 1.000 an der Fassade und im Freigelände installierte Solarmodule umfasst, soll durchschnittlich 180.000 kWh elektrische Energie pro Jahr liefern. Weiters wird Zwentendorf als Ersatzteillager für baugleiche Kraftwerke in Deutschland genutzt. Ausgeschlachtet wie ein altes Auto ist es aber noch lange nicht. "98 Prozent des Baus sind noch genau in dem Zustand wie in den 70er Jahren." Spätestens in der Schaltzentrale wird jeder Besucher ein bisschen nostalgisch. Und die blinkenden Lampen und zahlreichen Schalter führen einen wieder zu der Frage: "Was wäre wenn?"

Author: 
Beatrix Konrader

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