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Tschernobyl: Bauarbeiten für Sarkophag sollen im Herbst beginnen

25 Jahre nach dem Super-GAU in Tschernobyl gibt die ukrainische Regierung grünes Licht: Im Oktober soll mit dem Bau des lange geplanten Sarkophags begonnen werden. 670 Millionen Euro Spenden sind bisher zusammengekommen - kosten soll die Schutzhülle aber 740 Millionen Euro.

Kiew - Der alte Schutzmantel hat Risse, gilt längst nicht mehr als sicher. Nun soll der explodierte Reaktor von Tschernobyl eine neue Hülle bekommen. 25 Jahre nach der Atomkatastrophe will die Ukraine im Oktober mit dem Bau des dringend benötigten neuen Sarkophags beginnen.

Der Regierung lägen Spendenzusagen über rund 670 Millionen Euro vor, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch. Veranschlagt für den Bau würden Kosten von 740 Millionen Euro.

Zwar gebe es weltweit keine Erfahrung mit dem Bau einer solchen Stahlbetonkonstruktion. "Aber wir sind optimistisch, dass die Arbeiten bis 2015 abgeschlossen sein werden", sagte Woloschin.

Experten mahnen, den schon seit 1992 geplanten Bau in der Ukraine schnell in Angriff zu nehmen. Die Lebensdauer der momentanen grau-blauen Schutzhülle sei bis 2016 berechnet. Seit einem leichten Erdbeben im Jahr 1990 bröckele die Bausubstanz. Im schlimmsten Fall drohe ein Einsturz der provisorischen Schutzhülle aus Beton und Stahl. Der Schutzmantel war innerhalb von acht Monaten nach der Reaktorexplosion 1986 errichtet worden.

Sollte die alte Schutzhülle einstürzen, würden große Mengen radioaktiven Materials aus der Anlage ausgestoßen werden, warnte die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Das Geld für den Bau eines neuen Sarkophags verwaltet die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Im April hatte die ukrainische Regierung eine internationale Geberkonferenz in Kiew für den provisorisch abgedichteten Reaktorblock veranstaltet, bei der rund 550 Millionen Euro zusammengekommen waren.

Der Reaktorblock vier des Kernkraftwerks von Tschernobyl war am 26. April 1986 explodiert. Eine kilometerhohe Feuersbrunst wirbelte über Tage radioaktive Teilchen in die Luft. Durch die freigesetzte Radioaktivität starben Tausende Menschen, weite Landstriche wurden unbewohnbar.

Von der Ukraine aus breitete sich die Wolke über weite Teile Westeuropas aus. Bis heute sind Böden mit radioaktiven Stoffen wie etwa Cäsium-137 belastet. Der letzte aktive Tschernobyl-Meiler war erst im Jahr 2000 stillgelegt worden.

Author: 
wbr/dpa

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