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Skurrile Atomdebatte: James Bond hat's versaut!

Haben die explodierenden Reaktoren in Fukushima und Tschernobyl dem Image der Kernkraft geschadet? Ein hochrangiger britischer Forscher glaubt, dass vor allem Filme wie "James Bond" die Atomenergie in schlechtes Licht gerückt haben. Umweltschützer protestieren.
 
Berlin - Es gibt einige Bilder, die der Popularität der Atomkraft geschadet haben. Die körnigen Aufnahmen von hilflosen Soldaten auf dem zerstörten Dach des Reaktors Tschernobyl zum Beispiel. Oder die Live-Bilder der explodierenden Meiler in Fukushima. Etwas ältere Menschen mögen sich vielleicht auch an unschöne Szenen aus dem Kraftwerk Three Mile Island erinnern. Sie alle sind für Kritiker zum Symbol dafür geworden, dass die Menschheit hier mit einer Technik hantiert, die sie schlicht nicht beherrschen kann.
 
Für David Phillips, den Chef der britischen Royal Society of Chemistry (RSC) haben jedoch andere Bilder das Image der Atomkraft versaut. Bilder, die viel früher entstanden sind. Bilder von einem Geheimagenten, von Strandschönheiten und unbelehrbaren Fieslingen. James Bond ist Schuld, so lautet kurz zusammengefasst das Fazit des Wissenschaftlers zum 50. Geburtstag des Films "James Bond - 007 jagt Dr. No".
 
In dem Streifen nutzt der Oberbösewicht einen Kernreaktor, um mit Hilfe der so erzeugten Energie US-Weltraumraketen auf einen Todeskurs zu bringen. Phillips beklagte nun, der populäre Agentenfilm habe der Atomkraft zu einem schlechten Image verholfen - und sie als ein potentielles Werkzeug von Irren mit Allmachtsphantasien dargestellt. Insofern sei es "keinesfalls überraschend", dass die Menschen in Großbritannien und im Ausland der Technologie skeptisch gegenüberstünden, sagte Phillips der BBC.
 
"Die RSC geht davon aus, dass Atomkraft im nationalen Energiemix eine Rolle spielen muss", sagte Phillips weiter. Außerdem müssten erneuerbare Energien genutzt werden. Auf fossile Brennstoffe sollten die Briten dagegen verzichten, damit Menschen "in einer gesunden Umwelt" leben könnten. Das Fazit des Verbandschefs lautet deswegen: "Lassen Sie uns 'Yes' zur Atomkraft sagen und 'No' zu Dr. Nos Nonsens."
 
Umweltschützer sehen das naturgemäß anders. Tom Burke, Gründer der Umweltschutzorganisation E3G sagte, die Idee, dass Hollywood die Menschen skeptisch gegenüber der Atomkraft gemacht habe, sei mit der These vergleichbar, Krimis seien für Kriminalität verantwortlich. Und Richard George von Greenpeace drückt es so aus: "Nicht eine handvoll Bond-Filme haben die Reputation der Atomindustrie befleckt. Das haben sie alles ganz alleine gemacht."

Author: 
chs

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