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Auf Arbeitsbesuch in Bad Schwalbach

Auf Arbeitsbesuch in Bad Schwalbach
Delegation aus Slavgorod will Informationen sammeln für die Lösung eigener Probleme
Vom 03.11.2006

BAD SCHWALBACH Informationen sammeln für die tägliche Arbeit und Problemlösungen in der Heimat will eine Delegation aus Slavgorod (Weißrussland), die derzeit auf Einladung der Stadt zu Gast in Bad Schwalbach ist.

Von Alfred Christ

Die Besucher interessieren sich vor allem fьr Themen, wie sie auch hierzulande für öffentliche Verwaltungen und Kommunalpolitik von Interesse sind. Dementsprechend sind die Programmschwerpunkte Wasser- und Abwasserfragen, Müllentsorgung, Energiefragen und Landwirtschaft, darauf wurde auch das Programm abgestellt. Daran beteiligt - wie auch an der Betreuung der Besucher - ist die Projektgruppe "Kinder von Tschernobyl". Ihr Vorsitzender Pfarrer Rüdiger Müller-Gerbes (Bad Schwalbach) begleitete die Delegation gestern wieder auf der Besichtigungstour. Die führte ins Abfallwirtschaftszentrum des Rhein-Lahn-Kreises nach Singhofen. Hier wird seit vielen Jahren schon auch der Müll aus dem Untertaunus entsorgt.

Der Delegation gehören an: Ivan Harelikau (Vorsitzender einer Kolchose), die Ärztin Alena Aksionava, die Juristin Tatsiana Mironava und als Dolmetscherin die Lehrerin Tatsiana Khotskina. Bereits besucht - jeweils unter fachkundiger Führung - haben die Gäste die Kläranlagen der Stadt Bad Schwalbach und die Limburger Altstadt mit Dom. Gleich zwei Projekte waren für die Slavgoroder in Hohenstein-Breithardt von großem Interesse, die Lindenschule einschließlich der Werkstatt für Behinderte und die Holzhackschnitzel-Heizungsanlage. Mit der Lindenschule bestehen seit Jahren schon Kontakte zur Fortbildung von Fachkräften für die Tagesstätte für Behinderte in Slavgorod, die wiederum vom Tschernobyl-Verein unterstützt wird.

Nach einer Führung durch Bad Schwalbach und das Museum gab die Stadt für die Besucher einen Empfang in der Stadthalle. Daran nahmen Vertreter von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung, Schulleiter, Vertreter von Parteien und Vereinsring sowie Mitglieder des Vereins Kinder von Tschernobyl, teil.

Bürgermeister Kalhoff hieß die Gäste herzlich willkommen und erinnerte daran, dass bereits 1996 und 2003 Delegationen aus Slavgorod in Bad Schwalbach waren und 2004 eine Bad Schwalbacher Gruppe in Weißrussland. Der Bürgermeister bekräftigte die Bereitschaft der Stadt, die Kontakte auf verschiedenen Fachgebieten weiterzuführen. Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Kreher stellte fest, dass solche Kontakte auf fachlicher wie persönlicher Ebene der Weiterentwicklung demokratischer Strukturen dienen und deshalb weiter ausgebaut werden sollten.

Als Vorsitzender der Projektgruppe gab Pfarrer Müller-Gerbes einen kurzen Überblick, wie sich nach der Kernreaktorkatastrophe von Tschernobyl die Beziehungen zwischen den Regionen Slavgorod und Untertaunus entwickelt haben. Aus den bisher zwölf Erholungsaufenthalten strahlengeschädigter Kinder sind vielfältige Kontakte, persönliche Freundschaften und wegweisende Projekte entstanden.

Pfarrer Müller-Gerbes nannte hierzu die Errichtung einer Tagesstätte für Behinderte, Bau einer Werkstatt für behinderte Erwachsene in Form einer Druckerei und die Workcamps für Jugendliche in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Rheingau Taunus (vhs), der Ausbildungsstütte in Geisenheim.

Die Bilanz der nunmehr in 15 Jahren gewachsenen Partnerschaft zeige, "...wie aus der humanitären Hilfe für Kinder wichtige sozialpolitische Projekte erwachsen sind, die ein Beitrag sind zum Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen und der Völkerfreundschaft."
Auf dem weiteren Arbeitsprogramm der Delegation standen und stehen eine Besichtigung der vhs-Ausbildungsstätte in Geisenheim und des Rheingaus, Besuche in der Bad Schwalbacher Helios-Klinik und in der Rechtsanwaltskanzlei Born sowie ein Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch, der sich stark für die Arbeit des Vereins interessiert.

Gestern gab es im evangelischen Gemeindezentrum in Bad Schwalbach einen Abend der Begegnung mit den Vereinsmitgliedern, am heutigen Freitag steht das Raiffeisen-Kraftfutterwerk in Wiesbaden Schierstein und die Domäne Mechtildshausen auf dem Besuchsprogramm.
Am Samstag besichtigen die Gäste die Landeshauptstadt Wiesbaden, am Abend werden sie dann in der Bad Schwalbacher Reformationskirche den vertrauten Liedern des Minsker Chores lauschen und am Sonntag noch am Gottesdienst in der Reformationskirche teilnehmen, um dann wieder den Heimflug anzutreten.

Author: 
Alfred Christ

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