Die Lage an der Atomruine von Fukushima scheint stabil. Doch die nötigen Arbeiten dort könnten sich noch über Jahrzehnte hinziehen, schätzen Experten. Die Kosten liegen wahrscheinlich in zweistelliger Milliardenhöhe.
Tokio - Die Stilllegung des von Erdbeben, Tsunami und Kernschmelzen schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi wird mindestens 30 Jahre in Anspruch nehmen. Das schreiben von Japans Atomenergie-Behörde Nisa beauftragte Experten im Entwurf eines Berichts, der zum Ende des Jahres vorgelegt werden soll.
Die Arbeiter auf dem Gelände der japanischen Kernkraftruine kämpfen immer noch damit, die Strahlung einzudämmen. Die Werte sind zwar seit dem Beginn der Katastrophe deutlich abgesunken, aber einer neueren Studie zufolge gelangte infolge des Reaktorunglücks doppelt so viel radioaktives Cäsium 137 in die Atmosphäre, wie zuerst bekanntgegeben wurde.
Das Expertengremium gibt im Berichtsentwurf zu bedenken, dass es zehn Jahre dauerte, radioaktive Stoffe nach dem Unfall von Three Mile Island im US-Bundesstaat Pennsylvania zu entfernen. Die Arbeiten in Fukushima seien komplizierter und zeitaufwendiger, schreiben die Fachleute.
Pläne bis 2021 und darüber hinaus
So könnten die Arbeiter voraussichtlich erst 2021 damit beginnen, die Brennstäbe zu entfernen - weil erst dann die Eindämmung der Reaktoren vollständig repariert sein würde.
Dazu kommt die Dekontaminierung der Sperrzone rund um Fukushima. In Bereichen in der Nähe des Atomkraftwerks haben an manchen Stellen bereits Privatleute die Initiative ergriffen, um Gebäude zu reinigen.
Die Kosten der Aufräumarbeiten am japanischen Unglücksreaktor könnten sich laut einem Bericht der Zeitung "Yomiuri" umgerechnet auf mehr als 13,7 Milliarden Euro belaufen.
In Fukushima fand in diesem Jahr die schwerste Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986 statt. Zehntausende von Menschen in der Umgebung mussten evakuiert werden. Nach offiziellen Angaben befindet sich die Anlage derzeit in einem relativ stabilen Sicherheitszustand. Die Betreiberfirma Tepco gibt an, dass die Reaktoren im Wesentlichen herabgekühlt worden sind, so dass die Lage zumindest stabil ist.
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