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Neue Atomreaktoren für Japan

«Wir haben nicht die Absicht, die bereits erteilten Bewilligungen zum AKW-Bau zurückzuziehen», erklärte Yukio Edano am 15. September bei einem Treffen mit Shingo Mimura, Gouverneur der der nördlichen Präfektur Aomori, wie FNN News berichtet. Der japanische Wirtschaftsminister bezog sich auf das AKW Oma, den Reaktor 1 im AKW Higashidori (beide in der Präfektur Aomori) und den Reaktor 3 im AKW Shimane im Westen des Landes.

Die Bauarbeiten für alle 3 Anlagen liegen seit der AKW-Katastrophe von Fukushima auf Eis. Daran werde sich auch nichts ändern, war die Ansicht der meisten Beobachter. Die Regierung hatte nur einen Tag vor Edanos Aussage den Austritt aus der Atomenergie bis spätestens 2040 verkündet (Asienspiegel berichtete).

In dieser neuen Energiepolitik heisst es ausserdem, dass keine neuen AKW mehr gebaut würden. Edano vertritt jedoch die Ansicht, dass der Bau der 3 Anlagen bereits vor der Dreifachkatastrophe im Gang war und daher nicht in diese Kategorie falle. Der aktuelle Fall offenbart wie unklar und voller Schlupflöcher der von der Regierung definierte Atomausstieg ist.

Betrieb bis 2056?

So bleibt auch offen, bis zu welchem Jahr die fertig zu bauenden AKW überhaupt betrieben werden dürften. Das AKW Oma wäre erst 2016 fertig gestellt. Ginge es alleine nach dem Plan, keinen Reaktor mehr als 40 Jahre am Netz zu belassen, wäre Japan mit dem AKW Oma noch in den 2050er-Jahren am Atomstecker.

«Die neue Energiepolitik ist als Antrieb für eine neue Entwicklung gedacht», sagte Edano zum skizzierten Atomausstieg bis 2040. Auch Seiji Maehara, Strategiechef der regierenden Demokratischen Partei, steht hinter Edanos Standpunkt. Der noch im Bau befindliche Reaktor 3 AKW Shimane sei der technologisch fortgeschrittenste und sicherste seiner Art. Von daher gebe es keine Bedenken.

Nicht das letzte Wort

Wirtschaftsminister Edano wollte jedoch betont haben, dass letztendlich die Nukleare Regulierungsbehörde das letzte Wort haben werde. Diese neue, unabhängige Institution wird voraussichtlich am 19. September seine Arbeit aufnehmen und auch darüber entscheiden müssen, wie mit den aktuell heruntergefahrenen Reaktoren umgegangen werden soll.

Zurzeit sind 48 von 50 Atomreaktoren in Japan für Unterhaltsarbeiten und Stresstests abgeschaltet. So schnell wird sich an diesem Zustand nicht etwas ändern (Asienspiegel berichtete). Nur schon unter diesem Gesichtspunkt erscheint der Weiterbau von 3 Kernkraftwerken als reine Geldverschwendung.

Author: 
Jan Knüsel

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