Internationales Konsortium baut neuen Sarkophag fuer Tschernobyl
Stahlkonstruktion soll havarierten Reaktor umgeben
Ein internationales Konsortium hat den Zuschlag fuer den Bau einer neuen Schutzkonstruktion um den havarierten Reaktor von Tschernobyl erhalten. Der alte Sarkophag aus Stahlbeton gilt seit langer Zeit als nicht mehr stabil. ...
Der Auftrag fuer das Konsortium Novarka hat einen Wert von mehr als 430 Millionen Euro, wie das franzoesische Unternehmen Vinci am Dienstagabend mitteilte. Demnach werden Vinci und die franzoesische Firma Bouygues das Projekt leiten.
Es soll eine Stahlkonstruktion gebaut werden, die den bisherigen «Sarkophag» um den Reaktorblock vier umschliesst. Dieser explodierte in der Nacht zum 26. April 1986 wegen menschlichen Versagens bei Wartungsarbeiten. Es war der bisher groesste Unfall bei der zivilen Nutzung der Atomenergie. Rund 200’000 Menschen wurden aus einem Umkreis von 30 Kilometern um das Kraftwerk evakuiert. ueber die genaue Zahl der Toten streiten sich die Wissenschafter noch immer, doch muessen es tausende gewesen sein.
Der alte Sarkophag aus Stahlbeton wurde kurz nach dem Super-GAU im Eilverfahren von rund 90’000 Arbeitern errichtet, die sich stellenweise vor einer zweimillionenfach erhoehten Strahlendosis schuetzen mussten. Seit langem Der alte Sarkophag aus Stahlbeton Der neue Stahlsarkophag des Konsortiums soll rund 150 Meter lang und breit sowie 105 Meter hoch sein. Er wird rund 20’000 Tonnen wiegen. Unter seinem Schutz sollen der alte Sarkophag und der havarierte Reaktor dann nach und nach abgetragen werden.
Zeitplan nicht bekannt
Das Projekt wird aus einem internationalen Fonds unter Fuehrung der Europaeischen Bank fuer Wiederaufbau und Entwicklung finanziert. Letztere hat allein 368 Millionen Euro fuer die Entsorgung des radioaktiven Abfalls von Tschernobyl und die Sicherung des havarierten Reaktors bereitgestellt.
Ein Zeitplan fuer die Fertigstellung des neuen Sarkophags wurde nicht genannt. Die russische Nachrichtenagentur ITAR-Tass berichtet, die einschlaegigen Vertraege sollten um den 15. September unterzeichnet werden, und die Arbeiten wuerden bis 2014 oder 2015 fertiggestellt sein. Gleichzeitig werde im Bereich des stillgelegten Kraftwerks auch ein neues Atom-Abfalllager gebaut.